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Fazit

Fazit

Im letzten Heimspiel gegen Marseille (2:3) war leider nichts mehr zu retten. Das Abenteuer Europa ist damit für diese Saison leider schon wieder beendet. Doch auch wenn die Tabelle etwas anderes aussagt hat unsere Mannschaft gezeigt, dass wir nicht nur in der Euro League, sondern auch in der Champions League absolut mithalten können.

Die sportliche Ausbeute war zwar wenig erfreulich, dennoch überwiegen die positiven Erinnerungen 3 erlebnisreicher Fahrten. Nun mit Vollgas in die Rückrunde, auf das wir nächste Saison wieder durch Europa reisen dürfen...im 3. Anlauf wird’s dann hoffentlich klappen mal wieder europäisch zu überwintern. Die Bundesligahinrunde und der Pokal stimmen momentan doch mehr als versöhnlich.

P.S.: Berlin ist viel schöner als München…

 

Fotos der Fahrten und vieles mehr auf unserer Facebook Seite:

http://www.facebook.com/pages/BVB-Fanclub-Desenberg-Warburg-eV/112075352209251

 
London

London

Durch den 1:0 Heimsieg gegen Piräus waren die theoretischen Chancen auf ein Weiterkommen noch gegeben, allerdings stand man weiterhin extrem unter Zugzwang und ausgerechnet jetzt ging es zum nominell stärksten Gegner nach London. Schon unmittelbar nach der Auslosung wurde klar, dass dieses Spiel die größte Nachfrage innerhalb der Fangemeinde auslösen sollte und so stiegen die Flugpreise stündlich. Zum Glück buchten wir direkt nach der Auslosung, denn damit konnte man letzten Endes doch einiges sparen. Das größte Problem stellte jedoch die Kartensituation dar, sodass wir neben der Fanclubbestellung alles Mögliche versuchten um genügend Karten aufzutreiben und irgendwie schafften wir es tatsächlich über Bekannte und den Arsenalverkauf 17 Karten(verteilt auf mehrere Kleingruppen) aufzutreiben.

Unser Flug ging ab Hannover am frühen Dienstagabend. Dank der Stunde Zeitverschiebung erreichte man London in sage in schreibe 15 min, was auch nötig war um noch mal kurz in die Stadt zu gehen. So checkten wir schnell in unserem Hostel an der London Bridge ein und fuhren direkt weiter ins Zentrum. Dort blieben leider auch nur noch 2 Stunden bis zur unsäglichen Sperrstunde um 23 Uhr, aber dafür lief man wenigstens nicht Gefahr die letzte U-Bahn zu verpassen. Immerhin hatte der Pub unterhalb des Hostels noch ein paar Stunden auf, sodass man sich dort noch zusammensetzen konnte.

Ein paar Stunden gepennt und es stand auch schon der Spieltag ins Haus. Wir hatten ja noch reichlich Zeit und so nutzen wir die Gelegenheit um auch das englische Nationalstadion(sprich das Wembley Stadion) zu erkunden. Man will sich ja schon mal die Spielstätte angucken in der wir 2013 im Champions League Finale auflaufen, wer weiß…..Wäre auf jeden Fall mal eine reizvolle Geschichte dort mal ein Spiel zu erleben, schon das fußläufige Umrunden des riesigen Bauwerkes (90.000 Zuschauer) ist beeindruckend. Anschließend besorgten wir uns schnell ein bisschen Proviant für den Nachmittag und fuhren zum Fantreffpunkt am Finsbury Park. Hatte man zuvor komischerweise nur recht vereinzelt Schwarzgelbe gesehen, machte sich dort das wirkliche Ausmaß der anwesenden Dortmunder bemerkbar. Schon auf dem Fußweg von der U-Bahn Station hin zum Park kaum noch ein Durchkommen auf dem Gehweg, sodass man dachte man sei schon am Treffpunkt, doch scheinbar waren es nur die dortigen Imbisse oder Pubs, die zum Verweilen einluden. Wir gingen weiter zum Park, der schon am frühen Nachmittag nochmal einen drauf setzte was die Anzahl der Dortmunder anging. Während des Wartens bis zum Abmarsch traf man noch viele bekannte Gesichter, sodass die Zeit recht schnell rumging. Vermeintlich zeitig um 18 Uhr rum ging es geschlossen los zum Stadion, leider war die Londoner Polizei wohl sehr überfordert mit einem so großen Gästeanhang (Schätzungen liegen bei 8.000-10.000 Dortmunder). Gefühlt an jeder noch so kleinen Kreuzung wurde der Marsch unnötig gestoppt um 2-3 Autos oder was auch immer passieren zu lassen, die schmalen Straßen des Wohngebietes taten sein Übriges, sodass wir erst gegen halb 8 am Stadion eintrafen. Der Einlass verlief ähnlich schleppend und so kamen wir erst 10 Minuten vor Anstoß im Block an. Wirklich positiv war dagegen, dass sämtliche Dortmunder, die sich über Arsenal Karten geholt hatten, direkt oberhalb des Gästeblocks einen Platz zugewiesen bekamen. Angetrieben vom Gästesektor machte unsere Mannschaft ein wirklich gutes Spiel, leider fielen ausgerechnet in diesem wichtigen Spiel mit Götze und Bender noch in der 1. Halbzeit  2 zentrale Spieler aus. Am Einsatz mangelte es nicht, jedoch schwand der Spielfluss zusehends und das Spiel nahm erneut einen „dummen Verlauf“, der im 2:1 für Arsenal für endete. Zumindest auf den Tribünen konnte man noch einmal eine gute Visitenkarte abgeben und auch den englischen Medien fiel auf: „Dortmund fans had a whole hymn-book and Europe’s elite league will be the poorer if they go out.“

Am Donnerstag blieb noch ein bisschen Zeit für Sight Seeing. Um annähernd alles Sehenswerte dieser Metropole mal gesehen zu haben kann man wohl mehrere Wochen in London verbringen. Wir beschränkten uns daher auf die vom Hostel zur Flughafenzugstation fußläufig erreichbaren Bauten. Ein paar Bilder geknipst, in einschlägigen Fastfood-Ketten die letzten Pounds ausgegeben und schon ging es auf den Rückweg.
 
Piräus
?Piräus

Mitte Oktober folgte das 3. Gruppenspiel in Athen bei Olympiakos Piräus, welches durch die dortigen staatlichen Turbulenzen eine Reise ins Ungewisse war. Ausgerechnet unmittelbar vor unserem Spiel erreichte die griechische Krise einen neuerlichen Höhepunkt, die nächsten Sparpakete sollten beschlossen werden und dementsprechend war die nächste Streikwelle vorprogrammiert. Nach täglich wechselnden Meldungen war 2  Tage vor dem Spiel der letzte Stand, dass wahrscheinlich doch „nur“ am Mittwoch(dem Spieltag) ein Generalstreik angesetzt sei, aber wirklich drauf verlassen konnte man sich natürlich nicht.

Wir hofften einfach mal das Beste und so machten wir uns Montagnacht auf den Weg nach Berlin Schönefeld, wo am nächsten Morgen unser Flieger gebucht war. Der Flieger sollte auch tatsächlich planmäßig abheben, für den Rückflug gab es allerdings noch keine verbindlichen Infos. Im Flieger neben uns 6, bereits viele weitere Dortmunder, sodass man von der Crew auch extra begrüßt wurde. Wer noch keine Karte hatte konnte sich sogar, nach vorheriger Durchsage, eine an Bord erwerben. Die ersten Anzeichen, dass leider viele Fans kurzfristig auf die Reise verzichten mussten. Nach einem kurzweiligen Flug erreichten wir am Mittag Athen und bezogen unser Hostel, welches sich im Gegensatz zu Marseille als Glückgriff herausstellte. Nettes und gut englischsprechendes Personal, saubere geräumige Zimmer mit warmer Dusche sowie Frühstück im Hostel für knapp 12€ die Nacht; man ist wohl froh jeden Touristen der momentan noch nach Griechenland fliegt. Nun ging es zwecks Verpflegung weiter zum nächsten Supermarkt. Das Getränkesortiment war leider etwas verwirrend sortiert, sodass im Hostel angekommen ein findiger Käufer von uns bemerkte, dass das Bier doch etwas wässrig schmecken würde, was aber nicht allzu überraschend war, da schließlich Soda auf der Dose stand. Währenddessen bekamen wir aus Deutschland eine unerfreuliche Meldung, unser Rückflug sei nun gecancelt aufgrund der Streiks, „Na klasse!“. Benny bekam nach diversen Telefonaten raus, dass der nächste mögliche Rückflug, auf den wir noch umbuchen konnten, am Montag der nächsten Woche fliegen würde!!!! Auch im Online Portal von Easy Jet sah es so aus…Wir beschlossen erst noch abzuwarten wie sich die Streiklage entwickelt, denn noch bestand die vage Hoffnung, dass Flug regulär geht und wir somit wieder pünktlich Donnerstagabend in Deutschland sein könnten, schließlich hatten nicht alle die komplette Woche frei. Abends fuhren wir erst mal gen Innenstadt, allzu viele Borussen waren noch nicht unterwegs, doch schließlich fand man sich doch zu einem Trupp von 20-30 Personen zusammen. Im Verlauf des Abends traf eine erleichternde SMS von Easy Jet ein. Unser Flug sollte nun doch regulär gehen!!  „Puhhh nochmal Glück gehabt, das Spiel kann kommen!“, dachten wir uns.

Am Spieltag wollten wir vor dem Fantreff, abseits der obligatorischen Müllberge am Straßenrand und der ankündigten Demos, wenigstens noch ein bisschen von Athen sehen und machten einen Schlenker zur Akropolis. Am Rande der dortigen Parkanlage trafen wir zufälligerweise 2 deutsche Touris, die uns den Tipp gaben einen kleinen Felshügel hochzuwandern. Gesagt, Getan…von dort aus hatten wir kostenlos den perfekten Blick auf gefühlt halb Athen und auch die Akropolis war nur einen Steinwurf entfernt.  Weiter ging es zum Treffpunkt, welcher sich als eine Art größere Verkehrsgrüninsel weit abseits der Innenstadt herausstellte. Im Nachhinein kann man jedoch froh sein, denn dort hat man nicht den Hauch von den Ausschreitungen im Zuge der Demos mitbekommen.  Aus Sicherheitsgründen spendierte uns Borussia Shuttle Busse für den weiteren Weg nach Piräus(dem Hafenviertel Athens), die uns direkt vor den Gästeblock chauffierten. Von dem Parkplatz, naja nennen wir es mal Hinterhof, gelangten wir durch einen Zaun schließlich in das Stadion. Schnell fanden sich die knapp 1.000 Dortmunder im Gästeblock ein, immer noch eine sehr ordentlich Zahl, wenn man die Umstände berücksichtigt. Das Spiel lief leider nicht nach unseren Vorstellungen und endete bekanntermaßen 3:1 für Piräus, was in Anbetracht der schwachen 2. Halbzeit (die einzig  wirklich schwache Phase während der gesamten Gruppenphase) vollkommen in Ordnung ging. Die Stimmung seitens der Heimfans hielt den hohen Erwartungen nicht ganz stand, jedoch wurde es nach den Toren oder auch sonst in einigen Phasen, wenn plötzlich das ganze Stadion aufsprang, wirklich gigantisch laut. Nach der üblichen Blocksperre gelangten wir ähnlich unproblematisch wie auf dem Hinweg mit den Bussen wieder zurück zum Treffpunkt. Da zu dieser fortgeschrittenen Stunde keine Bahnen mehr fuhren mussten wir noch quer durch die Innenstadt um das Hostel zu erreichen. Nun konnte man das Ausmaß der Demos erahnen: Lodernde Müllhaufen am Straßenrand, aus Häuserfassenden(vornehmlich Banken) herausgeschlagene Brocken oder Pflastersteine auf den Wegen und rund um den Syntagma Platz(Vorplatz des Parlamentsgebäudes) hang immer noch ein ziemlich ätzender Tränengasschleier in der Luft.

Am nächsten Tag brachen wir früh auf, in dem Wissen das es nicht ganz einfach werden würde den Flughafen zu erreichen. Die Bahnen und Busse fuhren zwar größtenteils wieder aber zahlreiche Haltstellen waren wegen Demos gesperrt und leider wusste niemand so genau, wie man problemlos von a nach b kommen konnte. Nach zich Nachfragen und gut 3 Stunden(normalerweise braucht man knapp eine Stunde!) kamen wir schließlich doch Athener Flughafen an, wo unser Flieger zum Glück auch pünktlich ging.

 
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